Dienstgrad Polizeipräsident

 

Der Polizeipräsident steht an der Spitze einer polizeilichen Einrichtung. Das Berufsbild und die Bezeichnung wie in der Schweiz Polizeikommandant sind je nach Land unterschiedlich.

 

Was bedeutet die Bezeichnung „Polizeipräsident“?

 

In Deutschland steht der Polizeipräsident (PP) an der Spitze der deutschen Polizei oder eines Polizeipräsidiums. Dabei handelt es sich meistens um Amtsbezeichnungen. Der Präsident der Polizei untersteht direkt dem Innenminister und ist diesem weisungsgebunden. Gibt es pro Bundesland einen, heißt dieser Landespolizeipräsident. In manchen Ländern wie in Baden-Württemberg werden Dienststellen zwischengeschaltet. Der Polizeipräsident gilt als Beamter, wobei die Art des Beamtenverhältnisses unterschiedlich ist. Je nachdem trägt der Polizeipräsident Uniform oder nicht.

 

Die Zuständigkeitsbereiche des Polizeipräsidenten

 

Als oberster Repräsentant des Polizeiapparates ist der Präsident für alle Vorgänge in seiner Behörde verantwortlich. Zudem ist er Dienstvorgesetzter. Bei Katastropheneinsätzen, bundesweiten Fahndungen und ähnlichem obliegt ihm die oberste Weisungsgewalt. Er übernimmt in diesen Fällen zusammen mit dem Einsatzleiter die Lageerhebung, Analyse und Koordination. Der Polizeipräsident ist vor allem für die Organisation, die Ablaufplanung sowie das Personalwesen und die Repräsentanz der Behörde nach außen zuständig und verantwortlich. Der Führungsstab mit ihm an der Spitze residiert in der Geschäftsstelle „Präsidialbüro“. Sein Vertreter ist üblicherweise der Polizeivizepräsident (PVP) oder in Abwesenheit dessen Stellvertreter.

 

Die Ausbildung und Besoldung

 

Die Besoldung im Polizeidienst erfolgt nach einer vorgegebenen Gruppeneinteilung, die auf den Dienstjahren und der Tätigkeit beruhen. Die Entlohnung des Polizeipräsidenten ist in Deutschland Länderangelegenheit, in anderen Ländern kann es sich um eine Bundessache handeln. Deshalb wird der Präsident der Polizei in Brandenburg nach der Besoldungsgruppe A16 und in Bayern nach B6 entlohnt. Bis es aber so weit ist, folgen einige Jahre harter Ausbildung und Berufspraxis.

  • Am Anfang der Karriere im Polizeidienst steht der Aufnahmetest, wobei es vorteilhaft ist, Sportler oder beim Militär gewesen zu sein.
  • Danach muss die Polizeischule absolviert werden. Hierbei wird zwischen dem mittleren und dem höheren Polizeidienst unterschieden. Eine Spezialisierung kann bereits hier für Sondereinsatzkommandos wie das Bombeneinsatzkommando, Geiselnahmen, das Bundeskriminalamt erfolgen.
  • Die Anforderungen sind je Bundesland unterschiedlich. In vielen Bundesländern macht eine jahrelange Erfahrung in unterschiedlichen Einheiten ein Studium wett. Viele Polizisten entscheiden sich später, ein Studium anzuhängen, um sich höher zu qualifizieren.
  • Es gibt keine Schulung für den Polizeipräsidenten. Dieser wird vom Innenminister ernannt und angelobt.

 

Welche Chancen bietet der Polizeidienst?

 

Nicht jeder muss gleich Polizeipräsident werden, aber einige Wege führen letztendlich zur höchsten Position im Polizeidienst. Die Auswahl fordert sowohl körperliche als auch mentale Fitness, Ausdauer, Empathie, soziale Kompetenz und Teamfähigkeit. Schließlich muss sich jeder auf jeden im Dienst verlassen können. Menschenleben hängen davon ab. Neben der körperlichen Ertüchtigung, dem Umgang mit der Waffe sind auch die Rechtskenntnisse, die Einhaltung der Vorschriften und Regeln entscheidend, um letztendlich die Abschlussprüfung bestehen zu können.

 

Jeder Polizist beginnt als Streifenpolizist. In dieser Funktion wird das in der Theorie Erlernte in der Praxis erprobt. Dabei werden auch die Soft Skills trainiert. Nach einiger Zeit können Spezialausbildungen zur Terrorismusbekämpfung, die Drogenfahndung oder zur Korruptionsbekämpfung absolviert werden. Das Bundeskriminalamt befasst sich mit der Aufklärung von Verbrechen, wobei schwere Körperverletzung und Mord im Mittelpunkt stehen. Dazu ist die Ausbildung sowie Dienstprüfung zum Kommissar notwendig. Die Polizeipräsidenten der letzten Jahre bekleideten vorab den Dienstgrad des Kommissars oder Oberkommissars.

 

Auslandseinsätze sind ebenfalls eine gute Basis für den späteren Diensteinsatz als Polizeipräsident. Denn auch die Zusammenarbeit mit den Polizeikräften anderer Länder steht immer mehr im Mittelpunkt. Viele Kriminalfälle finden bereits länderübergreifend statt. Entweder handelt es sich um Tatorte auf mehrere Länder verteilt oder die Täter stammen aus unterschiedlichen Ländern.

 

Welche Eigenschaften muss ein Polizeipräsident mitbringen?

 

Die jahrelange Erfahrung im Polizeidienst ist unerlässlich. Im Falle einer Dienstverfehlung obliegt die letzte Entscheidung dem Polizeipräsidenten, wenn die Entscheidung der Dienstaufsichtsbehörden angezweifelt werden. Zudem muss der Präsident auch einen guten Draht zu den Personalvertretungen haben. Teamfähigkeit ist daher auch im höchsten Rang von entscheidender Bedeutung.

 

Die Zeiten, in denen ein Polizist mit 30 Dienstjahren in derselben Dienststelle zum Präsidenten aufsteigt, sind eindeutig vorbei. Polizeipräsident wird im 21. Jahrhundert nur jemand, der über eine gute Basis sowie viele Jahre Praxis in einem Spezialgebiet verfügt. Ein Polizeipräsident muss sich jeder Herausforderung stellen, auch wenn diese nicht seinem Spezialgebiet zuzurechnen ist. Die dafür notwendigen Erkenntnisse steuern seine Abteilungsleiter und Fachleute bei.

 

Im Polizeidienst arbeiten viele Polizisten, die nachträglich eine Ausbildung zum Juristen, Psychologen, Spezialtaucher oder Gerichtsmediziner gemacht haben. Zudem hat der Polizeipräsident die Aufgabe, wenn es um grundlegende Veränderungen wie dem EU-Beitritt geht, auch über Änderungen im Polizeiapparat zu verhandeln und zu entscheiden.

 

Die Aufgaben der Polizei

 

Der Polizeipräsident muss sicherstellen, dass sämtliche Aufgaben der Polizei jederzeit gewahrt bleiben. Das betrifft den Einsatz zu Wasser, in der Luft und zu Land. Die Küstenwache stellt sicher, dass auch die Schutzmeile entlang der Küste eingehalten wird. Polizeitaucher werden zur Verbrechensbekämpfung im Wasser eingesetzt. Polizeihubschrauber dienen der Überwachung, aber auch der Verfolgung und der Unterstützung von Feuerwehr, Rettung und Militär. Der Unterstützungseinsatz der Polizei kann bei Katastrophen im Ausland stattfinden.

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Bildquelle: https://www.freepik.com/free-photo/young-caucasian-man-wearing-police-uniform-hurry-pointing-watch-time-impatience-looking-camera-with-relaxed-expression_43217522.htm#query=police&from_query=polizei&position=33&from_view=search&track=sph